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Japan - Aufstieg vom Agrarstaat zum Industriegiganten
"Land der aufgehenden Sonne" voller Rätsel
Der Drache - Fabeltier der fernöstlichen Mytologie
Mit wenigen Schlagwörtern kennzeichnet der unerfahrene Gast das "Land der aufgehenden Sonne": Bonsai, Harikiri, Ikebana, Kamikaze, Madame Butterfly, Kirschblüte, Kimono, Geisha, Teezeremonie, Nippon, Reis, Atombomben, Hiroshima. Doch Japan, das sich vom rückständigen Agrarstaat zum Industriegiganten entwickelt hat, ist so vielseitig wie das aus nahezu 3000 Inseln bestehende Kaiserreich entlang der Ostküste Asiens. Die Hauptinseln sind Hokkaidō im Norden, die zentrale und größte Insel Honshū, sowie Shikoku und Kyūshū im Süden. Über den gesamten Archipel verläuft eine Gebirgskette ( 75% der Landmasse). Der höchste Berg Japans ist der 3776 m hohe Fujisan auf der Hauptinsel Honshū . Die beiden Regionen Kantō und Kansai sind dicht besiedelt und der Standort gleich mehrerer Millionenstädte. Auf Grund des Mangels an Flachland werden Berghänge durch Terassenfeldbau kultiviert.
Es gibt große klimatische Unterschiede zwischen dem Norden mit seinen kurzen Sommern und langen schneereichen Wintern und dem Süden, der sich eines subtropischen Klimas erfreut. Während der Wintermonate von Dezember bis Februar treiben kalte, trockene Luftmassen von Sibirien nach Japan hinunter. In den Sommermonaten von Juni bis August bestimmen die warmen, feuchten Luftströmungen vom Pazifik her das Wetter und führen zu hohen Temperaturen und feuchter Luft fast im ganzen Land. Im Frühsommer beginnt im Süden eine mehrwöchige Regenzeit, die allmählich nach Norden zieht. Auch im Spätsommer kann es zu schweren Regenfällen kommen, denn das ist die Zeit der Taifune, die wolkenbruchartigen Regen und starken Wind mit sich bringen.
Die gut ausgebauten Bahntrassen Japans haben eine Gesamtlänge von 23.577 km. Die Nord-Süd-Verbindung ist die Lebensader des Landes. In den Städten gibt es exzellente Nahverkehrsverbindungen und natürlich Busse. Ein Auto besitzt in Japan in erster Linie die Landbevölkerung und die obere Mittelklasse. In den Ballungsräumen kann nur eine Parkplatzbesitzer ein Auto kaufen. Das japanische mautpflichtige Autobahnnetz umfaßt rund 7000 Kilometer. Auf den Autobahnen herrscht ein Tempolimit von 110 km/h. In Japan gilt Linksverkehr.
Die letzte Volkszählung aus dem Jahr 2004 weist eine Gesamtbevölkerung Japans von 127 Mio. Menschen aus.Die japanische Gesellschaft ist ethnisch und linguistisch weitgehend homogen. In Japan bestehen mehrere religiöse Glaubensformen nebeneinander, die wichtigsten sind der Shintō und der Buddhismus. Heute gehören 80% der Japaner Japaner beiden Hauptreligionen an. Das Christentum (etwa 3%) spielt in der Geschichte Japans nur eine untergeordnete Rolle. Seit dem 2. Weltkrieg herrscht eine besonders große religiöse Toleranz in Japan. Um die 180.000 Religionsgemeinschaften werden als staatlich anerkannt angegeben.
Mit der Verfassung von 1947 verpflichtet sich das japanische Volk den Idealen des Friedens und der demokratischen Ordnung. Der Tenno hat nach der Verfassung rein repräsentative Funktion, die souveräne Macht liegt allein beim Volk. Der Tenno ernennt den von beiden Parlamenten gewählten Ministerpräsidenten und den Präsidenten des obersten Gerichtshofes, er verkündet die Gesetze und beruft das Parlament ein. Außerdem ist er oberster Priester des Shintō.
Japan ist eine gelenkte Volkswirtschaft, die in den letzten Jahren zunehmend dereguliert und privatisiert wurde. Eine gute Zusammenarbeit zwischen Staat und Industrie, eine starke "Arbeitermentalität", die Beherrschung von Hightech, ein großes Augenmerk des Staates auf Ausbildung und ein vergleichsweise geringes Verteidigungsbudget hat Japan zur drittgrößten Wirtschaftsmacht der Welt gemacht. Ein derzeit großes Problem Japans ist die Arbeitslosigkeit.
Die japanischen Tourismusangebote sind kaum auf Ausländer spezialisiert. Ausnahmen sind Kyoto, das westlichen Kulturtouristen das alte Japan in Tempeln, Museen und bei Veranstaltungen bietet, und Tokyo, das eine Vielzahl von Einkaufs- und Vergnügungsmöglichkeiten bietet und unter anderem die neuen Reichen aus China und Russland anlockt. Der Wirtschaftsboom der 80er hat auch eine Vielzahl von erfolgreichenVergnügungsparks entstehen lassen. Auch "Wellness" ist in Japan ein wichtiger Zweig des Tourismus. Die Tradition von Kurorten, die Entspannung in den natürlichen heißen Quellen bieten, reicht lange zurück. Auch die Massage hat in Japan eine lange Tradition. Ebenfalls Touristenmagnete sind Aussichtspunkte, die besonders schöne Naturansichten bieten. Hokkaidō, die nördlichste Insel, liegt im Winter unter einer dichten Schneedecke und ist daher ein beliebtes Wintersportgebiet. Das Inland von Honshū besteht vor allem aus zerklüfteten Bergen, so dass auch hier eine hohe Schneesicherheit herrscht.
Japan verfügtüber recht attraktive Reiseziele . Wer nach Tokio kommt, will den Kaiserpalast besichtigen, doch Palasthof ist nur am Neujahrstag und am Geburtstag des Kaisers geöffnet.Der Ostgarten des Parks kann täglich außer montags und freitags betreten werden, ebenso der Vorplatz des Kaiserpalastes, von dem aus der Besucher des alten Tore, Wachtürme und die Nijubashi-Brücke sieht. Unweit des Hauptbahnhofes gelant der Besucher findet man die Ginza, das berühmteste Einkaufsviertel mit den großen Kaufhäusern und einer Vielzahl von Fachgeschäften.
Westlich des Kaiserpalastes liegt die Geisha-Hochburg mit vielen Möglichkeiten der Abendunterhaltung. An dieses Gebiet schließen sich ausgedehnte Parkanlagen an. ,
Die Wolkenkratzersilhouetten der Hotels und Firmensitze bestimmen das Stadtbild Shinjukus. Weiter nördlich vom zentralen Stadtbezirk gelegen ist der Ueno-Park, wo sich die Bevölkerung gerne zur Zeit der Kirschblüte versammelt. Hier befinden sich auch befinden sich der größte Zoo Japans, das Nationalmuseum Tokios, das Nationalmuseum für Naturwissenschaften, das Nationalmuseum für westliche Kunst, die Städtische Galerie der Schönen Künste und die Festhalle der Stadt. Im Stadtviertel Asakusa ist die Hauptattraktion der Asakusa-Kannon-Tempel, bekannt durch seine große Papierlaterne am Tor. Zum Tempel führt eine Straße mit Souvenirständen und Geschäften. In südlicher Richtung wird die Silhouette durch den im Vergnügungsviertel Roppongi stehenden Tokio Tower bestimmt. Der 333 hohe Turm dient der Nachrichtenübermittlung und bietet von zwei Aussichtsplattformen einen schönen Blick über die Stadt. Das im Norden Tokios gelegene Viertel Ikebukuro hat sich seit dem Entstehen des Gebäudekomplexes von Sunshine City mit ihrem 60-geschossigen Wolkenkratzer "Sunshine 60" zu einem bedeutenden Nebenzentrum Tokios entwickelt.
Hakone ist ein waldreiches Gebiet mit Bergzügen, Vulkanen, Orten mit heißen Quellen und historischen Sehenswürdigkeiten. Eine der Hauptattraktionen ist der Ashi-See mit seiner schönen Lage zwischen bewaldeten Bergen und dem Blick auf den Berg Fuji. Interessant ist der Besuch des Owakudani-Tals mit den aus der Erde aufsteigenden Schwefeldämpfen.
Der Berg Fuji ist mit 3.776 m der höchste und mit seiner vollkommenen Kegelform der schönste Berg Japans. Bergsaison bis zum Gipfel sind die Monate Juli und August. Am Fuße des Berges liegen fünf Seen, die mit Sport- und Freizeitmöglichkeiten ein ideales Erholungsgebiet sind.
In der Stadt Stadt Kamakura (50 km südwestlich von Tokio) sind viele gut erhaltene Schreine und Tempel zu besichtigen. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten zählen Tsurugaoka-Hachimangu-Schrein und die 11,4 m hohe Bronzestatue des Großen Buddha.
Die Hafenstadt Toba ist durch die "Vermählten Felsen" und die Perlenzucht bekannt. Die Großen Ise-Schreine sind die am meisten verehrten Schreine Japans. Die Gebäude zeichnen sich durch Einfachheit und schlichte Schönheit aus.
Die Stadt Nikko ist für ihre architektonischen Sehenswürdigkeiten wie den Toshogu- und den Futarasan-Schrein sowie den Rinnojo-Tempel bekannt. Das weltberühmte Yomeimon-Tor übertrifft an Pracht alle anderen Tore Japans. Der Nationalpark Nikko ist ein weites Gebiet mit bewaldeten Bergen, Seen, Flüssen und erstklassigen Erholungs- und Freizeiteinrichtungen. Besondere Attraktionen sind der Chuzenji-See und der Kegon-Wasserfall.
Kyoto ist noch heute das Zentrum des traditionellen japanischen Kunsthandwerks. Im ganzen Stadtgebiet verstreut liegen zwei Paläste, 1650 buddhistische Tempel, 400 shintoistische Schreine und eine Vielzahl von Gärten von außergewöhnlicher Schönheit. Fast das ganze Jahr hindurch werden in Kyoto farbenfrohe Feste abgehalten. In der Nähe des Bahnhofs wird der Besucher Kyotos durch drei Tempelanlagen auf die Atmosphäre des alten Japan eingestimmt: den Higashi-Honganji-Tempel und den Nishi-Honganji-Tempel, beide schöne Beispiele buddhistischer Architektur und im Besitz wertvoller Kunstwerke, sowie den Toji-Tempel mit seiner 56 m hohen Pagode. In der Stadtmitte Kyotos liegen der Alte Kaiserpalast und das Schloss Nijo, und der Besucher "stolpert" förmlich über eine Vielzahl von Tempeln, Schreinen und berühmten Gartenanlagen
Nara wird als Wiege der japanischen Kultur bezeichnet. Die meisten Sehenswürdigkeiten können in schönen Parkanlagen in Ruhe besichtigt werden. Im Nara-Park bewegt sich zahmes Rotwild frei. Im Parkgelände liegt der Kofukuji-Tempel mit seiner fünfstufigen Pagode und seinem Schatzhaus. Eine Besonderheit Naras ist der Todaiji-Tempel mit dem "Daibutsu", der mit 16,2 m Höhe und 452 t Gewicht größten bronzenen Buddhastatue der Welt. Das Hauptgebäude des Todaiji-Tempels, in dem der Buddha zusammen mit anderen imposanten Figuren untergebracht ist, ist das größte Holzgebäude der Welt. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Kasuga-Schrein, dessen zinnoberrot lackiertes Holz in schönem Kontrast zum Grün des Parks steht. Im Schreinbereich stehen etwa 1800 Steinlaternen, und von den Dachtraufen hängen etwa 1000 weitere Laternen aus Metall.
In Osaka, Japans zweitgrößter Stadt, steht die Rekonstruktion der Burg von Osaka. Weitere Sehenswürdigkeiten sind der Shintennoji-Tempel, der Sumiyoshi-Schrein und der Tennoji-Tempel.
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